Rathaus Büchenbronn, Pforzheim

Kruzifix, Mobile und Charm

Jugendschmuck zwischen Tradition und Globalisierung


Die Ausstellungen sind zu sehen in den Ortsverwaltungen Büchenbronn, Huchenfeld und Würm zu den üblichen Öffnungszeiten. Schmuck ist ein Ausdruck von Jugendkultur und jugendkultureller Befindlichkeit. Dabei hat der Schmuck der jungen Generation symbolisch und gestalterisch vielfältige Bezüge zur Tradition des abendländischen Schmucks. Und geht zugleich neue Wege im Zeitalter der Globalisierung. Eine dreiteilige Ausstellung dokumentiert den Schmuck der Jugend heute und stellt ihn zugleich in einen zeitlichen und räumlichen Kontext. Der erste Aspekt fokussiert auf die Bezüge zur Tradition und Schmuckgeschichte, der zweite konzentriert die Betrachtung auf geographische Bezüge zum außereuropäischen Schmuck. Die drei Ausstellungen zum Thema Kruzifix, Mobile, Charm verlassen den klassischen Museumskontext und wandern in die Stadtteile. An drei Stationen in unterschiedlichen Quartieren ermöglichen sie kulturelle Teilhabe außerhalb des klassischen Museumskontexts und bringen sie Kultur zu den Bürgern vor Ort. Nach einer Zeitdauer von zwei Monaten (alternativ sechs Wochen) wandern sie zur nächsten Station (Stadtteil), so dass alle drei Ausstellungen im jeweiligen Stadtteil zu sehen sind. Das Ausstellungsprojekt versteht sich angesichts einer zunehmend heterogenen multiethnischen Stadtgesellschaft als partizipatorischer Beitrag zum Jubiläum 250 Jahre Goldstadt und beleuchtet das Thema Diversität aus einer Pforzheim spezifischen Perspektive, sowohl thematisch, als auch gesellschaftlich. KruzifixIm historischen Schmuck spielt das Kreuz seit der Christianisierung eine maß-gebliche Rolle. Und noch heute ist das Kreuz ein viel getragenes religiöses Symbol, das über seinen theologischen Gehalt auch eine wichtige soziale Funktion beinhalten kann mit Verweis auf Peers. Dass das Kreuzeszeichen auch mit anderen – und zum Teil älteren – und durchaus auch außerchristlichen Bedeutungen behaftet ist, dokumentiert anschaulich der außereuropäische Schmuck. CharmAmulette zählen zu den ältesten Kulturäußerungen des Menschen. Bereits Zehntausende von Jahren vor unserer Zeitrechnung haben sich die Menschen mithilfe von Amuletten gegen Unheil jedweder Art geschützt: Krankheit, böser Blick, Unfruchtbarkeit u.v.m. Bis weit in die Neuzeit hinein schützen die am Körper getragenen Amulette ihre Träger vor bösen Mächten. Sogenannte „Bettelarmbänder“. Sind gleichsam der säkularisierten Überrest einstiger Amulettketten, wie man sie Kindern zum Tragen gab. Im letzten Jahrzehnt haben Thomas Sabo und andere Modeschmuckunternehmen mit ihren Kreationen zu einer Neubelebung dieser Tradition, gerade bei jungen Menschen, geführt. MobileAus dem Leben der Menschen des 21. Jahrhunderts ist das Handy (engl. mobile) nicht mehr wegzudenken. Ständiger Begleiter, unverzichtbares Kommunikationsinstrument, Fotoapparat, Uhr, Schrittzähler, Herzfrequenzmesser, Ersatz für den MP3-Player und – je nach Ausstattung – auch TV und Video-Gerät. Kurz: ein multifunktionaler „fast“ Alleskönner. Entsprechend groß ist seine Bedeutung und seine Wertschätzung, die sich auch in seiner individualisierenden Gestaltung niederschlägt, sei es in Handyhüllen oder mit dem sog. „Handyschmuck“. Die Zierde von Gebrauchsobjekten, die uns am Herzen liegen und von großer Bedeutung für unser Leben sind, ist keineswegs neu ; man denke nur an die vielen Arten von „Funktionsschmuck“ wie zum Beispiel Schlüsselringe, Uhrenketten, Netsuke oder Fibeln. Ausstellungseröffnung 20. September 2017, 19 Uhr

Rathaus Büchenbronn

75180 Pforzheim

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