Theater, Großes Haus, Pforzheim

Cardillac

Oper von Paul Hindemith, Einführung 20 Min. vor Vorstellungsbeginn

Mit der Oper zum Goldstadtjubiläum schlechthin wartet das Musiktheater ab 27. Mai auf: „Cardillac“ von Paul Hindemith; eine abgründige Ballade über einen Goldschmied und eine Mordserie an den Käufern seiner Schmuckstücke. Angelehnt an E.T.A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“ schrieb Ferdinand Lion das Libretto, das in expressionistischer Manier eine starke Verbindung von Liebe und Tod herstellt. Die Rolle des Cardillac verkörpert Hans Gröning, der in Pforzheim mit großem Erfolg zuletzt in „Nabucco“ und „Lohengrin“ zu erleben war, und dem Publikum seit „Wozzeck“ sowie „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ bestens bekannt ist.

Durch die Stadt geht ein Aufschrei: eine Mordserie verunsichert die Bevölkerung und der König hat einen Spezialgerichtshof einberufen, „die brennende Kammer“, den Täter zu bestrafen. Eine Dame drängt ihren Kavalier dazu, ihr ein Schmuckstück Cardillacs zu schenken, als Bedingung ihrer Hingabe – der Kavalier begibt sich wissentlich in Todesgefahr und wird tatsächlich ermordet. Alle Opfer waren Käufer, die als Liebesgabe eines der Schmuckstücke des hoch angesehenen Goldschmieds Cardillac erwarben. Dieser liebt sein künstlerisches Material mehr als alles andere auf der Welt. Seine Tochter ist zerrissen zwischen der Liebe zu ihrem Vater und der zu ihrem Geliebten, dem Offizier. Als auch dieser eine Kette Cadillacs kauft, spitzen sich die Ereignisse zu.

Paul Hindemith (1895 – 1963) war ein hochgelobter Komponist und Teil der musikalischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, ging er schließlich ins Exil. In „Cardillac“ nimmt seine Musik Anleihen bei alten klassischen Formen, bleibt tonal, ist aber gleichzeitig modern und ausdrucksstark. Dem düsteren Milieu setzt Hindemith eine teilweise neobarocke Orchesterbegleitung und strukturierte Polyphonie entgegen. Die Uraufführung 1926 war ein großer Erfolg, doch das Werk wurde von der nationalsozialistischen Presse erst zerrissen und im Folgenden verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete der Komponist das Werk um, erweiterte es und änderte den Schluss. An den Bühnen durchgesetzt hat sich aber die erste Fassung. Im Jahre 1999 war „Cardillac“ schon einmal am Theater Pforzheim zu sehen.

Die Neuinszenierung von Intendant Thomas Münstermann verbindet die Kriminalgeschichte mit den ästhetischen und ideologischen Strömungen der Entstehungszeit, den 20er bis 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Theater
Am Waisenhausplatz 5
75172 Pforzheim

Telefonnummer: 07231 392440
Webseite: www.theater-pforzheim.de

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27. Juni - 9. Juli 2017
20:00 Uhr

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