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The Morning Line plays

ZKM Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe

01.05.2021

Werke von Studierenden der Hochschule für Musik Karlsruhe

Von Anfang Mai bis Ende Juni werden Werke von Studierenden des Instituts für Musikinformatik und Musikwissenschaft (IMWI) der Hochschule für Musik Karlsruhe über »The Morning Line« präsentiert.

Das Institut für Musikinformatik und Musikwissenschaft (IMWI) der Hochschule für Musik Karlsruhe erforscht das Verhältnis von Musik, Computer und Mensch. Die Auseinandersetzung mit aktuellen Technologien erfolgt dabei im Zuge künstlerischer Praxis, theoretischer Reflexion und durch Forschung und Entwicklung.

Die Studierenden widmen sich unter anderem der Entwicklung sensorbasierter Musikinstrumente, der Kompositions- und Aufführungspraxis elektronischer Musik und Computermusik, Live Coding, sowie der Komposition für Film und Games. Das ComputerStudio stellt dem IMWI hierfür eine umfangreiche räumliche und technischen Ausstattung bereit.

»The Morning Line« besteht aus 41 Lautsprechern und 12 Subwoofern, die über eine zentrale Kontrolleinheit gesteuert werden. Er wurde vom Künstler Matthew Ritchie sowie den Architekten Aranda\Lasch und der Advanced Geometry Unit (AGU) von ARUP speziell für die Wiedergabe raumgreifender elektroakustischer Kompositionen konzipiert. Die Installation ist ein überdimensionaler, für Besucher:innen zugänglicher Klangkörper. Das einzigartige Soundsystem wurde von Tony Myatt und dem Music Research Centre of York University entworfen.
Elina Lukijanova
»Mutismusoper« (2015 – 2021), 21'27''

»Mutismus« steht für psychogenes Schweigen. Im Schutz der Anonymisierung vertrauten mir Schriftsteller:innen ihre Stimme als musikalisches Rohmaterial an.

Opern dagegen nutzen nach wie vor sexualisierte Gewalt als dramaturgisches Mittel, stilisieren sie zu einem Narrativ, während, frei von Metaphern, Menschen ohne Sprachrohr die sexuelle Selbstbestimmung real genommen wird. Dem gegenüber verstehe ich hier den Begriff »-oper« als meinen Versuch, das Bestehende, das Nicht-Überstandene abzubilden.
Johannes Biedermann, Andres Kaufmes
»[ˈpɔllən]« (2021), 12'

»[ˈpɔllən]« stellt in 12 Minuten den jährlichen Pollenflug-Zyklus dar. Acht verschiedene Pflanzen werden durch Klangtexturen repräsentiert, deren Intensität sich im Laufe des Stückes verändert. Jede Minute steht für einen Monat des Jahres.

Gemeiner Hasel (Corylus avellana), Sal-Weide (Salix Caprea), Hänge-Birke (Betula pendula), Waldkiefer (Pinus sylvestris), Roggen (Secale cereale), Große Brennnessel (Urtica dioica), Beifuß (Artemisia vulgaris), Beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia artemisifolia)
Jia Liu
»Ringstudie II/b« (2021), 13'25''

Das autonome Pitch-Following Feedback System von »Ringstudie II/b« wurde für die 41 eigenständigen Audiokanäle von »The Morning Line« adaptiert. Auf jedem Kanal ist der Klang eines Sinus-Oszillators zu hören, welcher der Frequenz eines anderen Kanals folgt. Inspiriert von der Knoten- und Graphentheorie führt die Kontrolle der Signalfluss-Topologie zum Aufbau verschiedener Rückkopplungsstrukturen und charakteristischem Systemverhalten aufgrund der Ungenauigkeit des Pitch-Following Algorithmus.
Jacqueline Julianna Butzinger
»Permutations on Distorted Steel« (2021), 8'16''

»Permutations on Distorted Steel« ist eine mit »SuperCollider« realisierte Mehrkanal-Komposition, welche die Obertonstrukturen von metallischen Klängen durch die Linse der Fast-Fourier-Transformation (FFT) betrachtet. Die Künstlerin nutzt die dynamische Fourier-Transformation, um einen ‚strukturellen Bauplan‘ des harmonischen Spektrums eines metallischen Klangs zu erhalten und verwendet das resultierende Frequenzreservoir als Grundlage der Komposition.
Tim Offenhäußer
»Floating Transitions« (2021), 11'11''

In »Floating Transitions« werden sinusartige Töne mit verschiedenen Zusammensetzungen an Obertönen durch den Raum bewegt. Dadurch vermischen sich die Klänge und erzeugen interessante Schwebungen. Über einen längeren Zeitraum ändern sich verschiedene Parameter, wodurch langsame, fast unmerkliche Veränderungen in den Räumen des Klang-Pavillons hörbar werden. Jeder Raum hat ein eigenes Thema. Hohe und tiefe Töne, lange und kurze Töne, verzerrte und saubere Obertöne werden langsam ins Gegenteil gekehrt.
Jakob Schreiber
»Ode an die Reparatur / Teile eines Ganzen« (2021), 9'35''

‚Reparatur‘ impliziert die Vorstellung und das Ziel des Funktionierens im Gegensatz zur Dysfunktion. »Ode an die Reparatur / Teile eines Ganzen« geht der Frage nach, ob sich ‚intakt‘ und ‚kaputt‘ gegenseitig ausschließen, oder ob es sich nicht vielmehr um ein Kontinuum zwischen zwei Polen handelt. Worin bestehen die Verbindungen zwischen den Einzelteilen und was passiert, wenn Elemente wegfallen? Wie viele Fragmente dürfen fehlen, sodass das Werk oder die Maschine weiterhin funktioniert?

Veranstaltungsort

ZKM Zentrum für Kunst und Medien

Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe

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